Schokoladensucht & Heißhunger auf Schokolade​

Packt dich immer wieder der Heißhunger auf Schokolade? Oder bist du gar regelrecht schokoladensüchtig? Und gibt es das eigentlich wirklich?: Schokoladensucht? Fakt ist: Schokolade macht glücklich. Aber warum ist das so?

Schokolade enthält Tryptophan

L-Tryptophan ist eine Aminosäure, aus der im Körper das „Glückshormon“ Serotonin gebildet wird. Serotonin verbessert also die Stimmung, und je höher dein Serotoninspiegel ist, desto besser und glücklicher fühlst du dich. Da Tryptophan im Körper selbst jedoch nicht hergestellt werden kann, müssen wir es über die Nahrung zuführen. Eine Studie der Washington University – die sich mit dem Zusammenhang von Depressionen und Serotonin beschäftigte – hat gezeigt, dass ein geringer Serotoninspiegel ein wichtiger Faktor für schlechtes Befinden und auch Stimmungsschwankungen ist. Verantwortlich dafür ist die Reizweiterleitung zwischen den Nervenzellen im Gehirn, die bei einem niedrigen Serotoninspiegel nicht mehr richtig abläuft. Tryptophan kann sowohl über Lebensmittel tierischen als auch pflanzlichen Ursprungs zugeführt werden, wie z.B. Fisch und Geflügel, Milch und andere Milchprodukte, Kartoffeln, Tomaten oder Wal-und Cashewnüsse.

Schokolade aktiviert unser Belohnungssystem

Zucker und Fett – beides sind Hauptbestandteile von Schokolade – aktivieren im Gehirn unser Belohnungssystem. Der Nervenbotenstoff bzw. Neurotransmitter Dopamin wird ausgeschüttet. Er dient im Gehirn der Kommunikation von Nervenzellen untereinander, fördert Antrieb und Motivation und damit unsere gute Laune. Interessant ist, dass das Belohnungssystem von Schokoliebhabern aber auch schon bereits beim Anblick von Schoki aktiviert wird. Da die Menge an psychoaktiven Stoffen, die in Schokolade enthalten sind, im Grunde zu gering ist, um tatsächlich wirksam zu sein, gehen Experten davon aus, dass das Glücksempfinden eher durch eine positive Erwartungshaltung und den Essgenuss selbst hervorgerufen wird.

Gibt es Schokoladensucht überhaupt?

„Ich bin schokoladensüchtig“ oder „ich habe ständig Heißhunger auf Schokolade“ – diese Sätze hört man von Schokoholics oft. Schokoladensucht als anerkannte Sucht, wie beispielsweise die Nikotinsucht, bei der es auch zu einer körperlichen Abhängigkeit kommen kann, gibt es allerdings nicht. Psychologen sprechen bei der Schokoladensucht eher von einer Verhaltenssucht, wie sie beispielsweise auch bei starkem Verlangen nach Essen insgesamt oder auch anderen Süßigkeiten oder salzigen Chips entstehen kann.